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Deutsches KinderUrologieZentrum Berlin, Kinderchirurgie Westend

Hypospadiekompetenzzentrum

Die Hypospadie ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Harnröhre. Das Krankheitsbild der Hypospadie, mit einer Inzidenz von etwa 1:300, stellt mit jährlich über 100 Eingriffen einen der Schwerpunkte des DKUZB dar.

Die hohen Fallzahlen führen zu einer im Vergleich zu anderen Einrichtungen deutlichen Verringerung der notwendigen Zweitoperationen (Komplikationsraten lt. Literatur bis 25 Prozent).

Unser Konzept eines einzeitigen Vorgehens führt zur Verkürzung der Krankenhausliegezeit, zur Senkung des Narkoserisikos und letztendlich zur positiven Bewertung unserer Arbeit durch betroffene Eltern, was sich unter anderem an einer Zunahme der überregionalen Einweisungen widerspiegelt.

"Quantität schafft Erfahrung und Erfahrung schafft Qualität oder Übung macht den Meister"

Kaum eine andere Operation - besonders im Kindesalter - hat eine so auffällige Lernkurve wie die der Hypospadiebehandlung.

"Der Erfolg der operativen Behandlung der Hypospadie ist in hohem Maße von der Individualisierungskunst des Operateurs abhängig - sonst wird es zur Therapie des Leidens." (H.J. Serfling, 1956)

Unser Behandlungsablauf

  • Sonographie der ableitenden Harnwege

  • Operation zwischen dem 9. bis 12. Lebensmonat

  • einzeitige Operation, d. h. Penisaufrichtung, Harnröhren-, Eichel- und Vorhautkorrektur in einer Sitzung

  • stationärer Aufenthalt zwischen 8 und 10 Tagen in Mutter-/Kindeinheiten

Transurethrale-endoskopische Behandlung des vesico-ureteralen Refuxes (STING)

Unter einem vesico-ureteralen Reflux versteht man ein Zurückfließen des Urins zu den Nieren.

Diese Erkrankung führt unbehandelt unter anderem zu Harnwegsinfektionen und unter Umständen zur bleibenden Nierenschädigung.

Zu den bisherigen Behandlungsalternativen

  • einer konservativen Langzeitantibiotikumgabe und

  • einer "offenen" Operation

wurde ein

  • minimal-invasives Therapieverfahren (STING)

entwickelt, welches, verglichen mit der "offenen" Operation, eine ähnlich hohe Erfolgsquote (~90 Prozent) aufweist, die Belastung der Kinder durch die Operation, die Behandlungskosten und die Krankenhausverweildauer jedoch deutlich verringert.

Die Behandlungsmethode ist bei uns seit etwa 20 Jahren etabliert.

Wir führen sie seit Bestehen unseres Zentrums (1999) jährlich etwa 150-mal bei Refluxgraden I - V durch. Unsere Rezidivquote (Wiederauftreten des Refluxes nach Monaten bis Jahren) liegt zwischen 8 bis 12 Prozent. Die weiteren Kontrollen erfolgen per Ultraschall. Röntgenuntersuchungen sind nur bei Auffälligkeiten (HWI, Sono) erforderlich. Der Krankenhausaufenthalt ist kurzstationär in Mutter-Kind-Einheiten.

Retroperitoneoskopische Operationen - oder "Schlüssellochtechnik" über die Flanke

Bei diesem OP-Verfahren handelt es sich um ein minimalinvasives Vorgehen, d. h. mit Hilfe von Optiken und Instrumenten, die nur durch Trokare an den Ort der OP vorgebracht werden, erfolgt die Behandlung - ohne Schnitt!

Anders als in anderen deutschen Kinderurologien bringen wir die Instrumente aber nicht durch den Bauchraum zur Niere oder zur Blase, sondern über einen technisch sehr anspruchsvollen aber weniger komplikationsträchtigen Zugang über die Flanke. Bisher wird in Deutschland sonst nur bei Erwachsenen so vorgegangen.

Nach mehr als 50 Patienten, die z. B. an der Niere so von uns operiert wurden und bei denen keine Komplikationen aufgetreten sind, können wir jetzt sagen:

Alle Operationen an der Niere und viele Operationen an der Blase können minimalinvasiv über die Flanke und ohne den Bauchraum zu berühren und dort Verwachsungen zu produzieren durchgeführt werden: z. B. Nierenbeckenplastiken, Teilentfernungen oder Entfernungen der Niere.

Nieren- und Harnblasensteine

Nieren- und Harnblasenstein kommen bei Kindern selten vor, aber das Auftreten wird häufiger. Zunächst muss die Ursache abgeklärt werden, z. B. Harnwegsinfekt, Stoffwechselstörungen, Fehlernährung, gibt es verschiedene Vorgehensweisen, die individuell auf das Kind zugeschnitten werden.

ESWL ( = Extrakorporale Schall Wellen Lithotripsie)

Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen durch mechanische Stoßwellen (wie kleine Hammerschläge), die über ein mit Gel gefülltes Kissen von außen durch die Haut und Körpergewebe hindurch übertragen und durch Ultraschallortung auf den Stein fokussiert werden. Steintrümmer bzw. Brösel können dann mit dem Urin über die natürlichen Harnwege abgehen. Manchmal wird dabei auch ein Katheter als Platzhalter (Stent oder Doppel-J-Katheter) für einige Tage im Harnleiter belassen, um den natürlichen Abgang weiterer Steinfragmente zu erleichtern.

Ureterorenoskopie

Diese operative Methode wird bei Harnleitersteinen und Steinen im Nierenbecken angewendet. Ein starres bzw. flexibles, dünnes Rohr wird mit einem optischen Instrument (ähnlich wie bei einer Blasenspiegelung) über die Harnröhre in die Blase und weiter in den Harnleiter eingeführt. Über den Arbeitskanal des optischen Instruments lassen sich unterschiedliche Geräte zur Zertrümmerung und Entfernung der Steine einführen. Dies können Ultraschall-, Laser-, spezielle Schlingen oder Zangen sein. Manchmal wird dabei auch ein Katheter als Platzhalter (Stent oder Doppel-J-Katheter) für einige Tage im Harnleiter belassen, um den natürlichen Abgang weiterer Steinfragmente zu erleichtern.

Pyelotomie („offene“ Steinentfernung)

Nur selten müssen Nierensteine durch eine offene Operation (d. h. einen Schnitt in der Flanke und Eröffnung des Nierenbeckens von außen) entfernt werden. Auch hierbei wird manchmal ein Katheter als Platzhalter (Stent oder Doppel-J-Katheter) für einige Tage im Harnleiter belassen.

Urotherapie

Mit Hilfe der Urotherapie soll Ihr Kind lernen, seinen Körper und deren Signale wahrzunehmen. Ebenso soll Ihr Kind lernen, seine Blase und seinen Darm richtig und kontrolliert zu entleeren.

Zur Festlegung einer individuellen Urotherapie gehört eine Basisdiagnostik. Hier wird unterschieden, ob bei Ihrem Kind z. B. eine Enuresis nocturna (das alleinige Einnässen im Schlaf bei Kindern) oder um eine kindliche Harninkontinenz (jeglicher unwillkürlicher Harnverlust, unabhängig von der Tageszeit) vorliegt. Zusätzlich können im Rahmen dieser Basisdiagnostik eventuelle organische Ursachen oder Schäden, die das Harn-/bzw. Stuhlverhalten Ihres Kindes beeinflussen, festgestellt werden.

Folgende Untersuchungen gehören zur Diagnostik:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Miktionsprotokoll und Stuhlprotokoll

  • Ultraschall der Nieren, ableitenden Harnwege und Blase

  • Uroflowmetrie und Beckenboden-EMG

    • Bei der Uroflowmetrie wird die Intensität des Harnstrahls erfasst und  gleichzeitig die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur Ihres Kindes während des "Wasserlassens" gemessen.

Sollte sich im Rahmen der Basisuntersuchung herausstellen, dass keine organischen Ursachen vorliegen, können nun die urotherapeutischen Maßnahmen geplant werden und ein Konzept für eine nicht-medikamentöse, verhaltensorientierte Therapie entwickelt werden.

Dem Patienten werden die Anatomie sowie die funktionellen Abläufe seines Körpers erklärt. Gemeinsam gehen wir auf die Suche nach den Ursachen seiner Probleme und deren Lösung.

Blasenschulung

Die Blasenschulung basiert auf einer fundierten Wissensvermittlung.

Die Schulung beinhaltet vier Bereiche:

  • Medizin: Erklärungen von Anatomie und Physiologie

  • Verhalten: Richtiges Trinkverhalten und Entleeren von Blase und Darm

  • Wahrnehmung: Körpergefühl (sich wieder spüren) und entspannen können

  • Psycho-Emotionales: Gefühle benennen und diese auch zulassen können

Alarmtherapie / Weckapparate

Die Therapie mit Weckapparaten kommt bei Kindern mit einer nächtlichen Einnässproblematik (Enuresis nocturna) zum Einsatz. Durch das Training soll der nicht vorhandene Reflex des Aufwachens durch den Blasendruck antrainiert werden.

Es gibt verschiedene Ausführungen von Weckapparaten, z.B. Klingelhose oder Klingelmatte.

In vielen Fällen kann mit dem Weckapparat eine Lösung des Problems erreicht werden.

Medikamente

In einigen Fällen ist es  notwendig ein Medikament zur Unterstützung zur Behandlung der Problematik Ihres Kindes zu verordnen. Die Medikation wird so kurz wie möglich, aber so lange wie notwendig verordnet:

  • Antibiotika zur Infektionstherapie oder zur Prophylaxe (vorbeugende Antibiotika-Gabe)

  • Medikamenteneinnahme (Tabletten) zur Verringerung des nächtlichen Harnvolumens

  • Blasenentspannende Medikamente zur Vergrößerung der Blasenkapazität

Biofeedback-Therapie

Bei muskulären oder neurologischen Störungen kann mit Hilfe von kleinen Geräten ein „Feedback“ über die Anspannung oder Entspannung des Beckenbodens gegeben werden und dieser trainiert werden. Damit wird der Vorgang des Wasserlassens besser koordiniert.

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Deutsches KinderUrologieZentrum Berlin, Kinderchirurgie

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